Freitag, 20. Mai 2011

Alisa. la bande originale (20)





das dach war absolut faszinierend. meistens war die falltür verriegelt, doch jedes mal wenn sie sahen, dass das schloss aufgebrochen wurde, nutzten sie die chance und kletterten hoch. der dachboden war ein gruseliger ort, dunkel, der boden übersäht mit glasscherben, zigarettenkippen, irgendwelchen lumpen, spritzen, abgekockelten steinen... keiner hielt sichdortlange auf, man kletterte schnell weiter hinaus aufs dach. auf den weichen klebrigen bitumen, in den antennenwald mit heißen von der sonne aluminiumästen. von dort aus sah man wirklich alles, auch die westseite - mit der textilfabrik, den kindergärten, den hochhäusern und  den dazugehörigen sommerhäusern dahinter, und noch weiter ein weites  baustellental, das aussah wie eine kulisse für enen sci-fi-film über marsmenschen, nach einem buch von ray bradbury...  und dahinter die berge, gelb-grün, behaglich rundlich, so nah, als könnte man sie anfassen, hier auf dem dachrand stehend... wer dorthin wanderte, brachte immer interessante dinge mit: merkwürdig geformte steine, pflanzen, die es unten gar nicht gab, versteinerte muscheln... auf dem größten berg  direkt in der mitte am hang klaffte ein rundes loch, eine hölle. da wollte jeder hin. und jeder, der dort mal war kehrte sehr stolz und geheimnissvoll blickend zurück.