Dienstag, 27. Oktober 2009

"my child is back!!"

sie ist wieder da. schon zum wievielten mal. und sie ist echt tapfer. das tut weh.


obwohl momentan geht es ihr noch recht gut.

ich mag sie. und ich hasse es. das ist das schlimmste.

nicht lieben, denn dann hält man dazu. nicht einfach nur sympathisch finden, das ist zu distanziert (und eigentlich auch genau richtig) und schon gar nicht süß - das ist respektlos.

ich mag sie einfach.

heute als ich ins zimmer reinkam, putzte sie gerade ihre jacke, versuchte irgendwelche weiße spuren vom rücken zu entfernen und wunderte sich darüber woher die wohl kommen...



ich möchte auf keinen fall da sein, wenn es ihr schlecht geht und wenn sie stirbt.


Donnerstag, 30. Juli 2009

ein leben und ein begräbnis



nur die angst vor dem tod gibt dem leben einen sinn. wenn sie weg ist...


die beisetzung war am dienstag. N. Ist eine wahres organisarionstalent. die ganze veranstaltung war so perfekt geplant, durchdacht und umgesetzt wie eine theaterinszenierung. einen einzigen zwischenfall gab es als die zeremonie zu ende war und der sarg versenkt wurde – die totengräber machten gerade mittagspause. N. lud die gäste zum tisch ein, selbst aber blieb am offenen grab warten. sie sagte zu mir: ich weiß, dass C. einen jubiläum hatte, tut mir leid, dass ich nicht gratuliert habe, aber ich war zu sehr im stress mit der ganzen geschichte. sie erzählte von dem schlaganfall, und wie ihre mutter 26 tage im krankenhaus lag, überall schläuche, sonden, furchtbarer anblick... irgendwann sagten die ärzte, es wird nicht besser, sie muss hier raus. N. wollte auf keinen fall die mutter ins heim abgeben, also pflegte sie sie selbst zu hause. tag und nacht bei ihr, sauber machen, von seite zur seite drehen, druckstellen behandeln. sie sagte: sie konnte weder reden noch essen, zeigte nur noch mit dem finger in den himmel, im sinne von: lasst mich doch endlich sterben. und man kann das ja alles verstehen, aber was willst du machen, außer darauf zu warten, dass ER sie irgendwann zu sich holt?



fast alle trugen schwarz (oder zumindest dunkelgrau) doch wirklich traurig war dort niemand ausser N.  wie sollen sie auch? nur wenige gesichter waren mir bekannt. ich hatte immer das gefühl, dass alle mich anstarren, und N. musste immer wieder erklären: das ist die schwester meines ex-mannes. dann setzte sich R. zu mir und fragte leise: wieso starren mich alle so an? ich sagte: ist doch kein wunder, du bist der jungste hier. es sind ja alles lauter alte leute, alle die, die deine oma kannten. - stimmt, sagte er.








Mittwoch, 22. Juli 2009

das brummen des kühlschranks - der klang der einsamkeit

ich glaube, neben mir wohnt keiner mehr. ich bin ganz allein hier.




ich vermisse meine mutter ganz fürchterlich und ich will nach hause. sachen, die ihr gehören, tun mir weh, allein durch ihre anwesenheit. wie dieser rote geldbeutel, den ich aus versehen in meiner jackentasche mitgenommen habe nach dem letzten einkauf (zum glück war da nicht viel drin). nun liegt er auf meinem kühlschrank und wartet auf die rückkehr. wie ich. jeden tag verbringe ich mit warten.



ich vermisse sie, aber wenn sie da ist, kann ich nicht reden. ich kann höchstens über ihre witze lachen, wenn sie von ihrem alltag erzählt und von ihrer arbeit... wenn sie mich jedoch fragt, was es bei mir neues gibt, sage ich: was soll es schon bei mir geben? nur das übliche. dann überlege ich und sage: ich war im kino.


Sonntag, 28. Juni 2009

Bilder, die versuchen zu verbergen...

... dass sie Bilder sind




(ein dialog, "ein spiel um die aufmerksamkeit - für die aufmerksamen")





- Das Bild wird zum Bild, wenn das Material nicht mehr wahrgenommen wird

- Man nimmt nicht mehr die Materie wahr, wenn man das Bild sieht

- Irgendwann kann das Bild wieder kippen , wieder zurückkippen in den Zustand des Materials, das man dann wieder bewusst wahrnimmt

- In Zeichnungen wird immer etwas weggelassen

- Die Unvollständigkeit lässt dem Betrachter freien Raum

- In einem meisterlichen Gemälde ist alles exakt so dargestellt wie gewollt

- Und das Foto zeigt uns im Ganzen eigentlich das, was es uns vorenthalten möchte

- Das was das Bild zeigt, zeigt auch, was es verbirgt

- Das, was meinem Leben Sinn gibt, nimmt ihn auch wieder

- Der Wunsch des religiosen Bildes präsent zu machen, was fehlt?

- Manchmal bedarf es einer gewissen Künstlichkeit, damit man nicht an Entstehungsprozess dahinter dekt

- Es ist schwierig, sich von der Transparenz freizumachen

- Selbst in ambivalenten Bildern sehen wir fgurative Bedeutungen

- Die Form vergessen um zur Materie zurückzufinden?

- Freude mit dem Spiel mit der Materie, dem Material!

- Malerei, die dem Bild zuvorkommt

Sonntag, 8. Februar 2009

Хорошо бы где-нибудь отыскать людей, подумал он. Для


начала просто людей -- чистых, выбритых, внимательных,

гостеприимных. Не надо полета высоких мыслей, не надо

сверкающих талантов, не надо потрясающих целей и самоотрицания.

Пусть они просто всплеснут руками, увидев меня, и кто-нибудь

побежит наполнять ванну, и кто-нибудь побежит доставать чистое

белье и ставить чайник, только чтобы никто не спрашивал

документы и не требовал автобиографии в трех экземплярах с

приложением двадцати дублированных отпечатков пальцев, и чтобы

никто-никто не бросался к телефону сообщить куда следует

значительным шепотом, что-де появился неизвестный, весь в

грязи, называет себя Перецом, но только вряд ли он Перец,

потому что Перец убыл на Материк, и приказ об этом уже отдан и

завтра будет вывешен... Не нужно, чтобы они были

принципиальными сторонниками или противниками чего-нибудь. Не

нужно, чтобы они были принципиальными противниками пьянства,

лишь бы сами не были пьяницами. Не нужно, чтобы они были

принципиальными сторонниками правды-матки, лишь бы не врали и

не говорили гадостей ни в глаза, ни за глаза. И чтобы они не

требовали от человека полного соответствия каким-нибудь

идеалам, а принимали и понимали бы его таким, какой он есть...

Боже мой, подумал Перец, неужели я хочу так много?



Dienstag, 3. Februar 2009

...Наверно, она не выдержала. Они трясли ее на


вибростенде, они вдумчиво мучили ее, копались во внутренностях,

жгли тонкие нервы паяльниками, она задыхалась от запаха

канифоли, ее заставляли делать глупости, ее создали, чтобы она

делала глупости, ее совершенствовали, чтобы она делала все

более глупые глупости, а вечером оставляли ее, истерзанную,

обессиленную, в сухой жаркой комнатушке. И наконец она решилась

уйти, хотя знала все -- и бессмысленность побега, и свою

обреченность. И она ушла, неся в себе самоубийственный заряд, и

сейчас стоит где-нибудь в тени, мягко переступая коленчатыми

ногами, и смотрит, и слушает, и ждет... И теперь ей, наверное,

уже стало совершенно ясно все то, о чем раньше она только

догадывалась: что никакой свободы нет, заперты перед тобой

двери или открыты, что все глупость и хаос, и есть только одно

одиночество...