Shoppen in Japan macht Riesenspaß selbst für einen Shopping-Muffel wie mich - ich denke allerdings, dass ich deswegen zu Hause ungerne in die Geschäfte gehe, weil die Waren nur noch von schlechter Qualität sind. Gute Waren und v. a. ungewöhnlichenSachen, die es bei uns nicht gibt, kaufe auch ich gern. Noch mehr Spaß hätte man, wenn man sich mit den Verkäufern unterhalten könnte. Sie erzählen gern etwas über ihre Waren, über die Hersteller und Region, wo es herkommt, geben Tipps, worauf man achten soll. Sie haben auch Freude daran, wenn ein Kunde sich auskennt und etwas bestimmtes sucht. In einigen wenigen Fällen, wo wir Verkäufer trafen, die etwas Englisch konnten, waren die Unterhaltungen sehr spannend. Deshalb klar im Vorteil sind natürlich diejenigen, die Japanisch können. Aber auch ohne Sprachkenntnisse dank moderner Technik traut man sich immer mehr Produkte auszuprobieren. Ich habe so einige schöne Dinge entdeckt und habe eine Top-10-Liste zusammengestellt, was sich zu kaufen lohnt, weil es etwas besonderes ist.
10. Kosmetik.Moderne japanische Hautpflege ähnelt der koreanischen, es gibt sehr gute nicht teure Produkte. Da es aber eine sehr individuelle Sache ist, steht es hier "nur" auf Platz 10. Ich würde aber auf jeden Fall nach Cremes Ausschau halten.
9. Sake.
Sake kaufen und probieren kann man täglich, aber nach Hause schleppen - umständlich, schwer, kann zerbrechen. Diesen habe ich nur wegen der originellen Flasche mitgenommen. Ansonsten kann man in Deutschland hervorragenden Sake bei Ueno Gourmet bekommen.
8. Teekanister aus Holz.
Es gibt ganz feine, manchmal sehr teure (aus seltenen Holzarten) - hier vorsicht vor Fakes. Man kann aber auch ganz günstig und zufällig im second hand Laden etwas hübsches finden. Ich persönlich bevorzuge Kräutertees und lagere in solchen Behältern verschiedene Kräuter.
Japanischer Grüntee selbst ist nicht lange haltbar, weil er sein Aroma verliert, außerdem schmeck er bei uns ganz anders, wahrscheinlich wegen des Wassers - für echten Genuss müsste man ein vollkommen entkalktes Wasser nehmen, das dem japanischen am ähnlichsten ist. Ja, auch das Essen wird in Japan anders schmecken wegen des Wassers. Deshalb bringe ich nur die Behälter. Auch schönes Holzgeschirr wie z.B Trinkbecher oder Lackschälchen. Keramik kann auch sehr nett sein, wenn man weiß, wie man es am besten transportiert. Ich habe geschafft zwei ungewöhnliche retro Tassen mitzubringen.
7. Essen.Wo wir von Geschirr sprechen, kommen wir auch gleich zu Inhalt. Essen in Japan ist super lecker.
Natürlich bringt man in erster Linie Süßigkeiten mit (die göttlichen Mochis! Kein Vergleich zu dem, was man uns hier als Mochis verkauft). Es gibt auch herzhaftes und haltbares: Trockenfisch, Trockenfleisch, Trockenpilze, Gewürze. Mein Favorit: Tintenfisch im Wasabipulver. Geheimtipp: japanischer schwarzer Knoblauch aus Aomori.
6. Kleidung
Ob Kaufhaus, kleinere Designerläden, second hand, Flohmarkt, selbst in einem Oma-Laden in der Peripherie kann man etwas nettes finden.
Auch wenn der weite japanische Schnitt bei uns an Popularität gewinnt, die Qualität ist nicht vergleichbar. Japaner sind anspruchsvoll, deshalb ist dort sogar China-Ware deutlich besser. Als preisgünstig gelten Muji und GU, Uniqlo soll überteuert sein, aber für unsere Verhältnisse immer noch sehr gut (und anders als Uniqlo bei uns)
Mein Favorit (neben den T-Shirts mit japanischen Motiven) sind die weiten Hosenröcke aus leichten Stoffen, bei Hitze viel besser als Shorts, wirklich sehr luftig. Überhaupt lohnt es sich bei den Japanern abzuschauen, was sie tragen, und es dann auch selber zu kaufen - meistens ist es sehr praktisch und man sieht darin gut aus. Was ich allerdings nicht nachmache ist der Ninja-Look mit der totalen Sonnenabschirmung - ich mag Sonne und Bräune. Aber weite Kleidung ist auf jeden Fall besser als knallenge Shorts und Tops.
5. Fächer.
Obwohl die Japaner bei Hitze elektrische Handventilatoren bevorzugen, werden Fächer überall verkauft - von ganz einfachen Modellen bis sehr fein dekorativ. Ich empfehle Textil statt Papier, hält länger.
4. Souvenirs, Spielzeug und Kleinkram, Anhänger, Schmuck, Maskottchen, Glücksbringer aus den Tempeln... Manche Sachen kriegt man überall in jedem Touri-Shop, manche exklusiv nur an bestimmten Orten. Es lohnt sich nach kleinen Handwerker-Läden Ausschau zu halten, dort kann man hübsche Holzfigürchen finden, z.B. Darumas. Da Japaner selbst gerne verschiedene Anhänger an den Taschen tragen, kann man sich komplett von Kopf bis Fuß mit solchen Charms behängen, wie ein Weihnachtsbaum, und es fällt keinem negativ auf ^^
3. Textil.
Japanische Stoffe sind super. Ich liebe die Muster! Kann man als Meterware kaufen, oder Stoffreste (bei besonders kostbaren Stoffen kann auch ein winziger Rest teuer werden) - und es gibt auch Läden, wo aus (Kimono-)Stoffresten Täschchen genäht und verkauft werden - mit sehr originellen Verschlußmechanismen.
Ein Thema für sich sind Furoshiki - Tücher, die man auf verschiedene Arten falten und binden kann um Sachen zu transportieren bzw als Handtasche zu benutzen. Es gibt Läden, die sich darauf spezialisieren, und die haben eine große Auswahl an Motiven und Variationen.
2. Papier- und Schreibwaren.
Wundervolle Kugelschreiber und unbeschreiblich schönes Papier, das absolute Schreibvergnügen. Notizbücher, die sich bereitwillig öffnen und nur darauf warten, deine Notizen aufzunehmen.
Malutensilien habe ich nicht gekauft, die hole ich bei Gerstäcker, aber Schreibwaren sind in Japan einmalig. Obwohl dort auch viele europäische Marken vertreten sind. Ich suche aber nach japanischen.
Kalligrafieutensilien habe ich ebenfalls nicht gekauft, da es nicht mein Hobby ist, wer es aber mag, wird hier auch glücklich.
Geheimtipp: Goshuin-Hefte. Die sind eigtl zum Sammeln von Stempeln und Kalligrafien in den Tempeln gedacht, es gibt aber so schöne Designs, dass ich sie auch als Notizbücher verwende.
1. SCHUHE! Made in Japan!Butterweiches Leder aus Kobe. Super bequem und stylisch.
Ich bin sehr anspruchsvoll was Schuhe angeht, es fällt mir schwer, wirklich bequeme und zugleich gut aussehende Schuhe zu finden. Japan ist das Paradies dafür. Zudem ist es wichtig, dort Schuhe zu tragen, die man leicht an- und ausziehen und den ganzen Tag tragen kann, da man wirklich den ganzen Tag nur unterwegs ist und an vielen Orten (Tempel, Museen, Restaurants) Schuhe ausziehen muss.
Ich habe mir vorgenommen beim nächsten Mal wieder Schuhe "Made in Japan" zu kaufen. Daher ist es meine persönliche Nummer 1 auf der Liste.
ISBN 978-4-8163-7762-4
Was ich definitiv NICHT empfehle zu kaufen sind Messer. Gute Messer gibt es auch bei uns, z.B. bei Böker.
Messerverkauf in Japan ist eine delikate Sache, da wird man als Tourist oft abgezockt, man achte darauf, dass die Verkäufer in solchen Fällen keine Japaner sind oder einfach zu gut english sprechen. Die Muster auf den Klingen sind geätzt und nicht geschmiedet, daher viel zu teuer. Ein gutes scharfes Messer kann eine blanke Klinge haben ohne Muster, das sieht zwar nicht so chic aus, aber in der Küche ist mir persönlich nur Funktionalität wichtig. Daher Finger weg von Messern, lieber das Geld für andere nette Sachen ausgeben.
Und wenn man doch ein japanisches Messer haben will - ich habe eins bei Shokunin online gekauft, schlicht, aber praktisch.
Omiyage heißt übrigens Mitbringsel, Geschenk - man kann als Tourist auch die Japaner mit einem Omiyage glücklich machen - z.B. den netten Rezeptionisten im Hotel (eher im kleineren Hotel, wo alles etwas persönlicher ist) oder den Good Will Guide - die freiwilligen Touristenführer, die ein wenig Englisch sprechen und kostenlos einen rumführen, oft anzutreffen vor bestimmten Sehenswürdigkeiten, aber auch online kontaktierbar. Wir hatten als deutsche Omiyage die traditionell gefertigten Holzfigürchen aus Erzgebirge mitgebracht. Erstaunlicherweise scheinen Deutsche in Japan beliebt zu sein, jedenfalls freuen sich die Japaner, wenn sie erfahren, dass man aus Deutschland kommt. Daher bietet es sich an, etwas typisch deutsches als Omiyage mitzubringen. Man beachte allerdings, was man überhaupt nach Japan mitbringen darf.










